Was wäre, wenn … es nur noch biologische Landwirtschaft gäbe?

Geschrieben von am 07/07/2020 in brand eins mit 0 Kommentare

Der Umsatz mit Biolebensmitteln ist in den vergangenen 20 Jahren langsam, aber stetig von rund zwei auf zwölf Milliarden Euro gestiegen. Inzwischen wird etwa ein Zehntel der Landwirtschaft in Deutschland nach ökologischen Kriterien betrieben. Wertet man die Nutzfläche aus, so sind es 8,9 Prozent; zählt man die Betriebe, sind es 11,7 Prozent. Weltweit liegt der Bio-Anteil an der Landwirtschaft hingegen nur bei rund einem Prozent. Doch was wäre, wenn es – sei es in Deutschland oder sogar weltweit – nur noch biologische Landwirtschaft gäbe?

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Ließe sich die Menschheit auch mit den Ernten aus biologischem Anbau noch ernähren? Die Antwort der Experten lautet einhellig: nein. Zumindest nicht, wenn die sonstigen Rahmenbedingungen dieselben blieben. So hat das Schweizer Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) errechnet, dass weltweit ein Drittel mehr Agrarfläche nötig wäre als heute, würde man die Landwirtschaft bis zum Jahr 2050 auf Bio umstellen.

Bliebe die Fläche so, wie sie ist, dürften nur noch halb so viele Lebensmittel weggeworfen werden wie bisher. In Deutschland sind das allein elf Millionen Tonnen jährlich, ohne Verluste in der Landwirtschaft. Außerdem müssten die Menschen ihren Fleischkonsum massiv reduzieren. „Vor allem Schwein und Geflügel dürften nur noch selten verzehrt werden. Denn statt Getreide und Soja für die Fütterung müsste man Nahrung für den Menschen angebauen“, sagt auch Sabine Zikeli, Leiterin des Zentrums Ökologischer Landbau der Universität Hohenheim. „Einige Rinder, Schafe und Ziegen könnten auf Flächen grasen, die sich als Ackerfläche nicht eignen, und mit Kleegras gefüttert werden. Geflügel und Schweine könnten nicht anderweitig verwertbare Essensreste und andere Reststoffe bekommen.“

Ohne solche Veränderungen wäre eine komplette Ernährung aus Biolandwirtschaft kaum möglich. Auch eine britische Studie aus dem Jahr 2019 kommt zu diesem Ergebnis. Würden England und Wales sich komplett der Biolandwirtschaft verschreiben und die Ess- und Wegwerfgewohnheiten gleich bleiben, müssten sie durch die rund 40 Prozent niedrigeren Erträge deutlich mehr Lebensmittel importieren. Das wiederum würde insgesamt nicht nur mehr Ackerfläche erfordern, sondern auch erhöhte Emissionen durch den Transport verursachen. Und zwar mehr als die 20 Prozent an Treibhausgasen, die durch die Umstellung in England und Wales eingespart würden.

Vorteilhaft wäre eine Umstellung auf Biolandwirtschaft für …

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Text: Christoph Koch

Foto: Timothy Eberly / Unsplash

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Über den Autor

Über den Autor: Christoph Koch ist Journalist (brand eins, NEON, Wired, GQ, SZ- und ZEIT-Magazin, Süddeutsche, Tagesspiegel, etc.), Autor ("Ich bin dann mal offline" & "Die Vermessung meiner Welt" & "Your Home Is My Castle") sowie Moderator und Vortragsredner. Auf Twitter als @christophkoch unterwegs. .

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