Moderne Rüstung: In England verkauft ein Modekaufhaus kugelsichere Kleider.

Geschrieben von am 07/01/2009 in Neon mit 0 Kommentare

Wenn schon unser Leben langweilig, unsere eigene Persönlichkeit wenig interessant ist, dann sollen immerhin unsere Kleider schocken.

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Schon immer hat sich die Mode daher für die Halb- und Unterwelt interessiert: Nietengürtel, Lederjacke und Baggyjeans bringen eine Ahnung vom wilden Leben ins Ober- und Mittelschichtenmilieu. Londons Nobelkaufhaus Harrod`s reizt dieses Prinzip jetzt aus und bietet die Kollektion des kolumbianischen Designers Miguel Caballero zum Verkauf: Blazer, Poloshirts, Zweireiher, ja sogar Unterwäsche zu meist vierstelligen Preisen. Der Clou: Die Kleider sind kugelsicher.

Seit sechzehn Jahren produziert Caballero die lebensrettende Mode in Kolumbiens Hauptstadt Bogota, einem Ort, der ihm durch seinen weltweiten Ruf für Gewaltverbrechen ein gutes Image beschert. »Wenn dieses Produkt in Kolumbien funktioniert, hat man die Garantie, dass es an jedem Ort der Erde Kugeln stoppt«, sagt der Schneider. Natürlich hat der durchschnittliche britische Besserverdiener keine Angst vor Pistolenschüssen, aber viel wichtiger als die Funktion ist ja das Image der Caballero-Kleidung: Mode, die nicht nur dem Auge schmeichelt, sondern auch die Nerven kitzelt.

Text: Christoph Koch
Erschienen in: NEON
Foto: Miguel Caballero

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Über den Autor

Über den Autor: Christoph Koch ist Journalist (NEON, brand eins, Wired, GQ, SZ- und ZEIT-Magazin, Tagesspiegel, etc.), Autor ("Ich bin dann mal offline" & "sternhagelglücklich" & "Chromosom XY ungelöst") und Vortragsredner. Auf Twitter als @christophkoch unterwegs. .

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