Was wäre, wenn … die Schule in Deutschland eine Stunde später anfinge?

Written by on 10/02/2026 in brand eins with 0 Comments

Ein Szenario.

In Deutschland klingeln Wecker durchschnittlich um 6.48 Uhr. Spätestens um 8 Uhr läutet es in den Schulen zur ersten Stunde. Mehr als elf Millionen Schülerinnen und Schüler sitzen dann mehr oder weniger wach in ihren Klassenzimmern. Obwohl vor allem der Biorhythmus der Jugendlichen um diese Zeit noch nicht auf Aktivität eingestellt ist, das ist wissenschaftlich belegt. Was wäre, wenn die Schule für die Älteren eine Stunde später anfinge?

Zunächst einmal würden Millionen junger Menschen mehr schlafen. „Wir setzen Jugendliche durch den zu frühen Schulbeginn einem chronischen Schlafmangel aus und wundern uns, dass sie sich nicht konzentrieren können“, sagt Alfred Wiater, Kinder- und Jugendarzt und ehemaliger Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin. Das gelte vor allem für Schüler ab der 9. Klasse.


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In Kalifornien wurde bereits 2019 ein Gesetz verabschiedet, das öffentliche Highschools dazu verpflichtet, nicht vor 8.30 Uhr mit dem Unterricht zu beginnen. Florida folgte im Mai 2023. Andere Bundesstaaten wie New Jersey, New York oder Massachusetts erwägen Ähnliches.

Laut aktuellen Empfehlungen benötigen Kinder und Jugendliche neun bis elf Stunden Schlaf. Tatsächlich schlafen junge Erwachsene aber unter der Woche im Durchschnitt weniger als sieben, ein Fünftel sogar weniger als sechs Stunden. Der Grund dafür? Die Biologie. Ob man Frühaufsteher (Lerche) oder Langschläfer (Eule) oder ein Zwischentyp ist, ist genetisch bedingt.

Bei allen Typen kommt es mit der Pubertät zur Verschiebung in Richtung Spättyp – bei jungen Männern am ausgeprägtesten. „Gleichzeitig können Jugendliche länger wach bleiben, bevor der Schlafdruck zunimmt“, sagt Kinder- und Jugendarzt Wiater. „Das führt dazu, dass sie abends später müde werden und morgens länger schlafen müssten, um auf genügend Schlaf zu kommen.“ Einfach früher zu Bett zu gehen helfe also nicht. „Dann liegt man erst mal wach.“

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Text: Christoph Koch
Foto: David Mao auf Unsplash

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About the Author

About the Author: Christoph Koch ist Journalist (brand eins, GEO, NEON, Wired, GQ, SZ- und ZEIT-Magazin, Süddeutsche, etc.), Autor ("Ich bin dann mal offline" & "Digitale Balance" & "Was, wäre wenn ...?") sowie Moderator und Vortragsredner. Auf Twitter als @christophkoch unterwegs, bei Mastodon @christophkoch@masto.ai .

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