Hanna Andrea Hünniger: Mein Medien-Menü (Folge 80 – Krautreporter-Spezial)

Geschrieben von am 28/05/2014 in Was ich lese mit 0 Kommentare

In der Reihe “Mein Medien-Menü” stellen interessante Menschen ihre Lese-,  Seh- und Hörgewohnheiten vor. Ihre Lieblingsautoren, die wichtigsten Webseiten, tollsten Magazine, Zeitungen und Radiosendungen – aber auch nützliche Apps und Werkzeuge, um in der immer größeren Menge von Informationen, den Überblick zu behalten und Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. Bis zum 13. Juni 2014 werden hier nach und nach Mitarbeiter des neuen Journalismus-Projekts Krautreporter vorgestellt, bei dem ich auch mitwirke und das Sie hier unterstützen können. Heute: die Krautreporterin Hanna Andrea Hünniger.

hanna andrea huenniger

Wie informierst du dich morgens als erstes?

Ich klicke mich durch die wichtigen Nachrichtenseiten FAZ, Guardian, DailyBeast und Facebook, vor meiner Agentur gibt es ein Cafe, dort lese ich dann schnell den Rest im Print.

Welche Zeitungen / Magazine hast du im Abo oder liest du regelmäßig?

Nur, und gern Block-Magazin. Ich hasse ansonsten Abos, weil ich nicht in der Lage bin, zu kündigen.

Was liest du auf Reisen?

Bücher. Ich kann nicht auf dem E-Reader lesen, deshalb schleppe ich in der Regel auch Tagsüber in einer großen Tasche ein bis zwei Bücher mit mir herum.

Welche Nachrichtenseiten im Netz sind Dir wichtig?

FAZ, ZEIT, Guardian, DailyBeast, NYT, taz, Der Freitag. Hier übertreibe ich ein bisschen, weil ich natürlich nicht ständig alles jeden Tag total ausführlich alles lese. Ich habe es aber im Sichtfeld.

Welche Blogs liest du?

10vor8 auf der FAZ-Seite. Dann, ich muss mal überlegen… Die Seite waahr.de ist toll, da wird guter Journalismus gespeichert, der sonst nur noch als Klopapier wieder zu uns finden würde, weil halt Zeitung. Ich hangel mich da gern durch, wenn ich einen Schreib-Hangover habe. Aber sonst… Blogs… nein… Meinungsburnout.

Was ist wichtige berufliche Lektüre für dich?

Ich lese alles, was mir in die Hände fällt. Später, wenn ich schreibe oder nachdenke kann ich einiges abrufen. Mir ist das egal, ob ich das bei Theodor Lessing gelesen habe, in den Tagebüchern von Richard Burton oder in der Gala.

Welche Art von Büchern liest du am liebsten (Sachbücher, Fiction, Biografien)?

Äh, alles. Wobei ich zugeben muss, dass es mir zunehmend schwer fällt, deutsche Gegenwartsliteratur zugeneigt zu lesen. Aber auch da gibt es ja Diamanten. Und da immer drauf rumzuhacken ist auch falsch.

Welches Buch hat dich in letzter Zeit am meisten beeindruckt?

Willa Cather ist seit Jahren meine Heldin. In letzter Zeit: “Die Sinngebung des Sinnlosen” von Theodor Lessing, immer wieder die Autobiografie von Boris Pasternak, ich habe auch Penthesilea mal wieder gelesen, die Tagebücher von Camus sind lustig und wenn ich deutsche Philosophen lese, da wünsche ich mir manchmal, ich könnte sie lektorieren. Da ist auch viel Nippes.

Welche Apps/Tools/Programme helfen dir, informiert zu bleiben?

Ich habe keine Das-ist-heute-wichtig-app, da wühle ich mich gern selbst durch. Facebook und Twitter sind aber durchaus hilfreich.

Wie viel liest du auf dem Smartphone, Tablet, o.ä.?

Ziemlich viel. Ich habe das noch nie hochgerechnet, gibt es dafür einen Schrittzähler?

Welche Rolle spielen Leseempfehlungen/Links durch Soziale Netzwerke?

Ich genieße die Empfehlungen von Facebook-Freunden. Dann lese ich oft super Artikel, auf die ich selbst nie gestoßen wäre. Ganz selten kommt nur Buzzfeed oder 9gag-Kram, das ist dann aber auch wie eine Zigarettenpause vom Denken.

Von wem oder was fühlst du dich dort besonders gut informiert?

Ich kann jetzt unmöglich 500 Leute aufzählen.

Gibt es tägliche oder wöchentliche Leserituale?

Ich lese sonntags die Welt am Sonntag und die FAS. Und natürlich das ZEIT-Magazin, Donnerstag, das ist großartig.

Wer sind deine LieblingsautorInnen (Buch, Zeitung, Magazin)?

Da ich tendenziell im Bewunderungsmodus bin, wär das hier zu viel. Die paar, die ich nicht mag, mag ich dann sehr leidenschaftlich NICHT. Ansonsten eben die große Liebe: Willa Cather. Aber Kants Anthropologie benutze ich als Topfuntersetzer.

Gibt es eine Radio- oder Fernsehsendung, die du möglichst nie verpasst?

Äh, nein, bin aber großer Fan des Trashfernsehens. Da ich leider keinen Fernseher habe, genieße ich in homöopathischen Dosen bei Freunden. Als Fernsehkind wirkt es auf mich beruhigend wie Valium.

Wie haben sich deine Lesegewohnheiten in den letzten Jahren geändert?

Ich lese viel, merke aber, dass mich das Internet durch das ständige verlinken innerhalb von Texten sehr unkonzentriert und fahrig gemacht hat. Einerseits ist diese Schnelligkeit gut, aber ich neige dazu, nach fünf Seiten Buchlesen, wieder Mails zu checken. Das ist ein Alptraum, das will ich nicht.

Irgendetwas, das ich vergesse habe, du aber trotzdem gerne liest / siehst / hörst?

Ich hasse Jazz. Falls mich mal jemand wirklich foltern will.

Hanna Andrea Hünniger, Jahrgang 1984, war 2005 Chefredakteurin des Göttinger Stadtmagazins. Jetzt schreibt sie als freie Journalistin für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Die Zeit und Zeit Online. 2011 erschien von ihr das autobiografische Buch „Das Paradies. Meine Jugend nach der Mauer“. Für die Elisabeth Ruge Agentur scoutet sie auch andere Autoren.

Foto: Michael Hughes

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Krautreporter ist ein tägliches, digitales Magazin für die Geschichten hinter den Nachrichten. Werbefrei, gemacht für das Internet, gegründet von seinen Lesern. 25 Journalisten haben sich zusammengetan, um dieses Experiment zu wagen.

Die Kampagne läuft vom 13. Mai bis 13. Juni 2014. Nur wenn wir innerhalb eines Monats mindestens 15.000 Abonnenten finden, geht Krautreporter online.

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Über den Autor

Über den Autor: Christoph Koch ist Journalist (brand eins, NEON, Wired, GQ, SZ- und ZEIT-Magazin, Süddeutsche, Tagesspiegel, etc.), Autor ("Ich bin dann mal offline" & "Die Vermessung meiner Welt" & "Your Home Is My Castle") sowie Moderator und Vortragsredner. Auf Twitter als @christophkoch unterwegs. .

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