Hans Hütt: Mein Medien-Menü (Folge 82 – Krautreporter-Spezial)

Geschrieben von am 13/06/2014 in Was ich lese mit 0 Kommentare

In der Reihe “Mein Medien-Menü” stellen interessante Menschen ihre Lese-,  Seh- und Hörgewohnheiten vor. Ihre Lieblingsautoren, die wichtigsten Webseiten, tollsten Magazine, Zeitungen und Radiosendungen – aber auch nützliche Apps und Werkzeuge, um in der immer größeren Menge von Informationen, den Überblick zu behalten und Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. Bis zum 13. Juni 2014 werden hier nach und nach Mitarbeiter des neuen Journalismus-Projekts Krautreporter vorgestellt, bei dem ich auch mitwirke und das Sie hier unterstützen können. Heute: der Krautreporter Hans Hütt.

Hans Huett 

Wie informierst du dich morgens als erstes?

Das hängt davon ab, wie ertragreich meine Traumregisseure arbeiteten. Wenn sie mich die Träume vergessen ließen, beginnt der Tag früh mit dem Deutschlandfunk und einer ersten Durchsicht meiner Twitter-Timeline.

 

Welche Zeitungen / Magazine hast du im Abo oder liest du regelmäßig?

FAZ, Süddeutsche, Zeit, Spiegel als E-Papers, bis vor ein paar Jahren die Berliner Zeitung. Manchmal vermisse ich den Economist.

 

Was liest du auf Reisen?

Vor allem Romane. Sie lassen mich glücklicherweise auch der Zuflucht eines Ferienorts abhanden kommen. Unvergessen der Winter, in dem über ein amerikanisches Antiquariat 20 Ross-Thomas-Romane in meinem Reisegepäck landeten, die anderen hatte ich schon, nachdem ich ihn durch Gisbert Haefs´ Übersetzung seines letzten Romans „Die im Dunkeln“ lieben gelernt habe). Bei der letzten Reise las ich Bleeding Edge von Thomas Pynchon.

 

Welche Nachrichtenseiten im Netz sind Dir wichtig?

Ich bevorzuge news oder nouvelles gegenüber den deutschen „Nachrichten“, deshalb habe ich einen gut sortierten RSS-Reader. Manche Wellen kommen bei den deutschen „Nachrichten“ mit messbarer Verzögerung, wenn ich an Stücke aus dem Atlantic oder dem Interpreter denke.

 

Welche Blogs liest du?

Peter Glaser, GlamourDick, Alban Nikolai Herbst, Andrew Sullivan, begleitschreiben, Goncourt, Günter Hack, Dennis Cooper, Sebastian Baumer, A Berlin Diary, kleinerdrei …mehr in meiner Blogroll.

 

Highlights aus deinem RSS-Reader?

Immer wieder gut für Entdeckungen ist Mind Hacks; für den Fall dass ich etwas übersehen habe, finde ich es später bei 3qd oder open culture.

 

Was ist wichtige berufliche Lektüre für dich?

Hihi, im Grunde alles oder nichts. Was mich aus heiterem Himmel dazu nötigt, auf einen link zu klicken, frei nach einem Lied von Walter Mehring „wo ein Link grüßt, wirf die Anker aus!“

 

Welche Art von Büchern liest du am liebsten (Sachbücher, Fiction, Biografien)?

Sachbücher meistens diagonal, was ich für eigene Sachen brauchen kann. Bei Biographien interessiert mich, wie ihre Autoren das eigene Leben hinter dem von ihnen erforschten durchscheinen lassen, wie etwa Rüdiger Safranski, der seine Haltung implizit mit lesbar macht. Meine literarischen Hausgötter sind Don DeLillo, Thomas Pynchon, Pierre Guyotat, Rashid Boujedra, Edmond Amran el Maleh. Dass dieser marokkanische Autor noch keinen deutschen Verlag gefunden hat, ist ein Jammer.

 

Welches Buch hat dich in letzter Zeit am meisten beeindruckt?

Zwei Bücher: Von Karl Marlantes, Matterhorn. Das entdeckte ich bei der Veranstaltung KriegErzählen des HKW. Der Vietnam-Veteran hat 30 Jahre an diesem Roman gearbeitet. Und kürzlich von J. A. Baker, Der Wanderfalke – ein atemberaubendes Buch.

 

Wie viel liest du auf dem Smartphone, Tablet, o.ä.?

Letztens von Per Leo Flut und Boden; demnächst endlich, dafür dann intensiv, von Diedrich Diederichsen Über Pop-Musik, das dann wahrscheinlich mit einer Lesegruppe.

 

Welche Rolle spielen Leseempfehlungen/Links durch Soziale Netzwerke?

Ich verfolge eher unsystematisch, was manche bei Goodreads eintragen. Entzückensschreien mir wichtiger Leute gehe ich direkt nach. Meistens kauf ich mir das dann auch.

 

Gibt es tägliche oder wöchentliche Leserituale?

Ach, wenn sie sich verteidigen ließen! Senile Bettflucht räumt den frühen Morgen frei.

 

Wer sind deine Lieblingsautoren (Buch, Zeitung, Magazin)?

Letztens Per Leo, Wolfgang Herrndorf, unvergessen Uwe Johnson, Wolfgang Koeppen, wer liest heute noch Hans Henny Jahnn? In Zeitungen Patrick Bahners, Michael Brake, Hannah Lühmann, Jan Kueveler, Nils Markwardt, Clemens Setz

 

Gibt es eine Radio- oder Fernsehsendung, die du möglichst nie verpasst?

DLF am frühen Morgen und späten Abend, gerne samstags ab 10:05 Klassik, Pop et cetera. Das Verpassen beim Fernsehen gibt es nicht mehr, die Frage ist nur, was ich mir von dem Aufgezeichneten oder aus den Mediatheken tatsächlich ansehe. House of Cards komplett, Homeland ebenso, The West Wing, Borgen usw.

 

Hast du einen Lieblings-Podcast?

Die wunderbare Idee, zahlreiche Schauspielerinnen und Schauspieler Moby Dick lesen zu lassen, So etwas sollte man mit den großen Romanen der Weltliteratur machen.

 

Wie haben sich deine Lesegewohnheiten in den letzten Jahren geändert?

Die Gewohnheiten nicht, abgesehen vom eBook-Reader und damit leichter werdendem Gepäck.

Irgendetwas, das ich vergesse habe, du aber trotzdem gerne liest?

Entlegene Sachen, die dadurch um so interessanter werden, wie zum Beispiel das Blog von China Miéville, auch wenn die letzten Einträge schon lange zurückliegen, doch dann kommt wieder was.

 

Hans Hütt, geboren 1953 in Düsseldorf, schreibt u.a. für die FAZ und die taz. Im März 2014 startete der Krautreporter – nach mehreren Jahren wiesaussieht – sein neues Blog anlasslosHans Hütt ist Redakteur bei Jung & Naiv – Politik für Desinteressierte.

 

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Krautreporter ist ein tägliches, digitales Magazin für die Geschichten hinter den Nachrichten. Werbefrei, gemacht für das Internet, gegründet von seinen Lesern. 25 Journalisten haben sich zusammengetan, um dieses Experiment zu wagen.

Die Kampagne läuft vom 13. Mai bis 13. Juni 2014. Nur wenn wir innerhalb eines Monats mindestens 15.000 Abonnenten finden, geht Krautreporter online.

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Über den Autor

Über den Autor: Christoph Koch ist Journalist (brand eins, NEON, Wired, GQ, SZ- und ZEIT-Magazin, Tagesspiegel, etc.), Autor ("Ich bin dann mal offline" & "sternhagelglücklich" & "Chromosom XY ungelöst") und Vortragsredner. Auf Twitter als @christophkoch unterwegs. .

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