Eva Biringer: Mein Medien-Menü (Folge 69)

Geschrieben von am 03/03/2014 in Was ich lese mit 1 Kommentar

In der Reihe “Mein Medien-Menü” stellen interessante Menschen ihre Lese-,  Seh- und Hörgewohnheiten vor. Ihre Lieblingsautoren, die wichtigsten Webseiten, tollsten Magazine, Zeitungen und Radiosendungen – aber auch nützliche Apps und Werkzeuge, um in der immer größeren Menge von Informationen, den Überblick zu behalten und Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. Jeden Montag also ein neues Medien-Menü – diese Woche mit Eva Biringer.

evabiringer

Wie informierst du dich morgens als erstes?

Bestenfalls mit Kaffee im Bett und SPON (mit Fokus auf Kultur), Nachtkritik, Twitter. Perlentaucher („Efeu“ und „9Punkt“), wobei die Reihenfolge variiert. Soundtrack des Morgens: FM4 im Stream.

 

Welche Zeitungen / Magazine hast du im Abo oder liest du regelmäßig?

Im Abo seit Jahren die Zeit, derzeit auch noch die SZ der Mitbewohnerin (es lebe die WG-Sharing-Kultur!), ab und an die FAS. Immer gerne: Missy Magazin, Dummy, Neuentdeckungen (im Berliner Magazinshop „Do you read me?“ oder im Wartezimmer – man braucht nur die richtigen Ärzte!). Gelegentlich: Theater heute, Blonde, Texte zur Kunst.

 

Was liest du auf Reisen?

Sicher nicht: Den Lonely Planet. Stattdessen: Romane. Zeitgenössisch. Es stimmt ja: immer, wenn ich an den sogenannten Literaturkanon denke, werde ich ein bisschen traurig. Wie soll ich das alles jemals schaffen? Muss ich nicht erst die Klassiker lesen? Ich finde: nein. Weil ich viel mehr Lust auf das Jetzt habe.

Welche Nachrichtenseiten im Netz sind Dir wichtig?

SPON, Zeit Online, SZ Online, taz, Der Freitag, Der Standard und Die Standard

 

Welche Blogs liest du?

Perlentaucher für den Überblick, Heiter bis glücklich (Zeit Magazin), gelegentlich Les Mads. Ich liebe Kochen und Backen, deswegen einige Foodblogs (zum Beispiel  Manger wegen der wunderbar altmodischen Landhaus-Atmosphäre und Kitchen Guerilla. Außerdem die Mädchenmannschaft.

Was ist wichtige berufliche Lektüre für dich?

Alles rund um Kultur, insbesondere Theater. Offline der klassische Zeitungsfeuilleton. Online hauptsächlich Nachtkritik. Außerdem, nennen wir es mal: Literatur, also Theaterstücke, Romane, Biografien. Außerdem: Feministische Themen, urbane Kultur.

 

Welche Art von Büchern liest du am liebsten?

Siehe vorige Frage: Romane, bevorzugt deutsche Popliteratur. Ab und an Sachbücher, zuletzt „1913: Der Sommer des Jahrhunderts“ von Florian Illies und, sehr erschütternd, „Das Ende der Liebe“ von Sven Hillenkamp.

 

Welches Buch hat dich in letzter Zeit am meisten beeindruckt?

Fast nicht zu lesen, so traurig, bestürzend, am Guten-Zweifeln-lassend, aber doch: Wolfgang HerrndorfArbeit und Struktur“ (hier übrigens meine Kritik dazu). Auch ein Wahnsinn: Clemens Meyer, „Im Stein„.

 

Welche Apps/Tools/Programme helfen dir, informiert zu bleiben?

Bloglovin, Twitter

 

Wie viel liest du auf dem Smartphone, Tablet, o.ä.?

Viel zu viel!

 

Welche Rolle spielen Leseempfehlungen/Links durch Soziale Netzwerke?

Hm. In meinen Streams tauchen da eher „Cats that look like Pin-Up Girls“ auf als Sachen, die ich lesen will…

 

Gibt es tägliche oder wöchentliche Leserituale?

Wenn ich ein Exemplar ergattern kann, freue ich mich sehr über das SZ-Magazin in der Freitagsausgabe. Selbiges gilt für den Kulturspiegel. Ansonsten den Rundumschlag aus der ersten Frage.

 

Wer sind deine Lieblingsautoren (Buch, Zeitung, Magazin)?

Moritz von Uslar, Harald Martenstein, Sibylle Berg, Rainald Goetz, Antonia Baum, Christian Kracht, Helene Hegemann, Silke Burmester. Frühere Helden: Thomas Bernhard, Michel Houellebecq.

 

Gibt es eine Radio- oder Fernsehsendung, die du möglichst nie verpasst?

Den Technoscheiss auf FM4 (Tribe Vibes, La Boum Deluxe).

 

Wie haben sich deine Lesegewohnheiten in den letzten Jahren geändert?

Ich lese prozentual gesehen wesentlich mehr digital. Am meisten auf dem Smartphone, auch wenn der Laptop in Reichweite ist. Bei Büchern bestehe ich aber auf Print. Ein bisschen aus Nostalgiegründen und auch, weil Bücher die schönsten Möbel sind.

 

Irgendetwas, das ich vergesse habe, du aber trotzdem gerne liest / siehst / hörst?

Einen heiteren Wetterbericht!

 

Eva Biringer bloggt als Eva Perla über Theater, Literatur, Filme, das Leben. Manchmal auch über ihre Schwäche für Füchse. Sie hospitierte in den Feuilletonredaktionen der Zeit, der FAS und des Standard und schreibt unter anderem für Nachtkritik. Eva lebt in Berlin.

***

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Vielen Dank an “The Atlantic Wire” für das wundervolle Format (dort heißt es “What I Read”). Wer Vorschläge hat, wer in dieser wöchentlichen Rubrik auch einmal zu Wort kommen und seine Lieblingsmedien vorstellen und empfehlen sollte, kann mir gerne schreiben.

Offenlegung: Mit einigen der Menschen, die hier ihre Mediengewohnheiten vorstellen, bin ich befreundet. Links zu Amazon sind sogenannte Affiliate-Links. Das bedeutet, ich bekomme im Fall eines Kaufs eine kleine Provision (natürlich ohne zusätzliche Kosten für den Käufer).

 

 

 

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Über den Autor

Über den Autor: Christoph Koch ist Journalist (NEON, brand eins, Wired, GQ, SZ- und ZEIT-Magazin, Tagesspiegel, etc.), Autor ("Ich bin dann mal offline" & "sternhagelglücklich" & "Chromosom XY ungelöst") und Vortragsredner. Auf Twitter als @christophkoch unterwegs. .

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