Sex auf dem Kneipenklo, besoffene Trennungsdrohungen: Wie Paare trinken, verrät viel darüber, wie sie lieben.
Das Krawallpaar
Die Beziehung des Krawallpaars erinnert an den unglaublichen Hulk. Nüchtern ist das Paar so aufgeräumt und liebenswert wie der Wissenschaftler Dr. Bruce Banner – sie sind sogar geradezu sanftmütig, vervollständigen die Sätze des anderen und knuffen einander zärtlich in die Seite. Doch wenn beide am Ende ihres dritten Drinks angekommen sind, wird das Krawallpaar plötzlich riesig und giftgrün, und die Klamotten platzen ihnen vom Leib. Nein, das war Hulk, Entschuldigung. Das Krawallpaar fängt einfach nur an zu streiten – das aber so sicher wie die Gäste bei Maybrit Illner. In Clubs sieht man es dann zum Beispiel im Gang zu den Toiletten mit rudernden Armen aufeinander einbrüllen. Ebenfalls häufig beobachten kann man das K-Paar vor einer Bar stehend – er stützt sich mühsam an ein Halteverbotsschild und lallt »Madochwassuwillst!«, sie wankt fluchend davon und versucht, ein Taxi heranzuwinken. Am nächsten Tag schämen sie sich für den Streit, und bis zum nächsten Rausch sind sie wieder zwei verliebte Dr. Banners.
So haben sie sich kennengelernt: als beide Antibiotika nehmen mussten und ausnahmsweise mal nicht tranken.

Das Aufdreherpaar
Sie sind gewissermaßen das Power Couple des Trinkens. Sie konsumieren nicht um des Geschmacks willen, nicht um die Sorgen des Alltags abzuschütteln, sondern um strategisch, effizient und punktgenau in Partylaune zu kommen. Deshalb wird man in ihren dezent gebräunten Händen auch niemals ein Bierglas zu sehen bekommen, sondern immer nur Champagner oder allenfalls Sekt auf Eis. Hauptsache prickelnd, Hauptsache aufkratzend. Früh hat das Aufdreherpaar verstanden, dass Karriere nur derjenige macht, der zum richtigen Zeitpunkt beweisen kann, dass er genau das richtige Maß an Lockerheit besitzt. Alkohol ist für die beiden ein zielgerichtet eingesetzter Enthemmer – natürlich in Maßen. Schließlich will man in der Agentur oder Kanzlei als locker gelten, nicht als Alki. Deshalb wird es auch niemand je erleben, dass das Aufdreherpaar den »Absprung« verpasst. Am nächsten Tag sagen sie mit stolzem Unterton: »Wir waren gestern eeecht gut rocken.«
So haben sie sich kennengelernt: in einem Eliteinternat – weil beide denselben Dealer für ihr Ritalin-Konzentrationsdoping hatten.













