Frederik Fischer: Mein Medien-Menü (Folge 75 – Krautreporter-Spezial)

Geschrieben von am 16/05/2014 in Was ich lese mit 1 Kommentar

In der Reihe “Mein Medien-Menü” stellen interessante Menschen ihre Lese-,  Seh- und Hörgewohnheiten vor. Ihre Lieblingsautoren, die wichtigsten Webseiten, tollsten Magazine, Zeitungen und Radiosendungen – aber auch nützliche Apps und Werkzeuge, um in der immer größeren Menge von Informationen, den Überblick zu behalten und Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. Bis zum 13. Juni 2014 werden hier nach und nach Mitarbeiter des neuen Journalismus-Projekts Krautreporter vorgestellt, beim dem ich auch mitwirke und das Sie hier unterstützen können. Heute: der Krautreporter Fredrik Fischer.

Frederik Fischer

Wie informierst du dich morgens als erstes?

Ich informiere mich morgens exklusiv über tame.it. Tame.it ist eine von mir und meinen Mitgründern entwickelte Software, die die 10 wichtigsten Links, Hashtags und Accounts der letzten 24 Stunden aus deinem Twitter-Feed zieht. Es gibt keinen anderen Service, der meine Interessen besser abbildet.

Welche Zeitungen / Magazine hast du im Abo oder liest du regelmäßig?

Das einzige Magazin, dass ich noch regelmäßig kaufe ich Agora 42 (Magazin für Ökonomie und Philosophie). Bis zur Einstellung war ich trotz des dämlichen Namens auch großer Fan von The Germans.

Was liest du auf Reisen?

Klassiker der Weltliteratur. Ich lese leider im Alltag nur noch Sachliteratur. Auf Reisen gönne ich mir Literatur als Luxus.

Welche Nachrichtenseiten im Netz sind Dir wichtig?

Gezielt steuere ich außer Turi2 keine Nachrichtenseiten mehr an. Es kommt aber immer wieder vor, dass ich über Tame bzw. Twitter zu New York Times, Spiegel & Co. weitergeleitet werde.

Welche Blogs liest du?

Das einzige Blog, das ich gezielt und regelmäßig lese ist Nerdcore. Ansonsten tue ich mir inzwischen schwer mit der Trennung zwischen Blog und Nachrichtenseite. Viele Seiten wie Vox, Vice, Quartz, Netzwertig sind weder klassische Blogs noch klassische Nachrichtenseiten.

Welche Art von Büchern liest du am liebsten (Sachbücher, Fiction, Biografien)?

Sachbücher, Literaturklassiker, Biografien

Welches Buch hat dich in letzter Zeit am meisten beeindruckt?

Nabokovs “Lolita“. Ich habe das Buch während eines mehrmonatigen US-Trips erstmals in der kommentierten Originalfassung gelesen und war überrascht wie viele Anspielungen, Sprachspiele und wiederkehrende Motive ich beim ersten Lesen übersehen hatte. Trotz des schweren Stoffes, erhält das Buch so eine spielerische Leichtigkeit.

Wie viel liest du auf dem Smartphone, Tablet, o.ä.?

Täglich zwischen 5 und 50 Minuten.

Welche Rolle spielen Leseempfehlungen/Links durch Soziale Netzwerke?

Eine enorme Rolle. Ich vertraue meinem Twitter-Netzwerk zu 100%. Durch Tame werden jederzeit die 10 wichtigsten Empfehlungen der letzten 24 Stunden geclustert. Dieses Ranking entspricht optimal meinen Interessen.

Von wem oder was fühlst du dich dort besonders gut informiert?

Folgende Namen tauchen immer wieder ganz oben in meinem Stream auf: Martin Weigert, Matthew Ingram, Richard Gutjahr, Daniel Bröckerhoff, Martin Giesler, Julian Heck, Mario Sixtus, Thilo Jung, Jim Roberts, Steffen Burkhardt, Markus Sagebiel, Stefan Niggemeier, Simon Hurtz, uvm.

Wer sind deine LieblingsautorInnen (Buch, Zeitung, Magazin)?

Buch: Thomas Mann

Online: Stefan Niggemeier, Sascha Lobo, René Walter, Cory Doctorow, Peter Glaser

Gibt es eine Radio- oder Fernsehsendung, die du möglichst nie verpasst?

Ich habe seit zehn Jahren weder Radio noch Fernsehen.

Hast du einen Lieblings-Podcast?

Dutzende – Podcasts gehören inzwischen zu meinen wichtigsten Informationsquellen. Um einige zu nennen: Chaosradio, Lucky&Fred, NeoMagazin, Sanft&Sorgfältig, Aula, Küchenradio, Das ARD Radio Feature, Kontrovers, Hörsaal, The Unmistakable Creative, Was mit Medien, Startups for the Rest of us, This weeks in Startups, Alternativlos, Hintergrund, Radiolab, Soziopod, Der Elektrische Reporter, Das philosophische Radio, Zündfunk Langstrecke, Zündfunk Generator, Zündfunk Interview, On the Media, CRE, Logbuch: Netzpolitik, etc.

Wie haben sich deine Lesegewohnheiten in den letzten Jahren geändert?

Ich konsumiere Nachrichten nur noch über Tame. Printprodukte tauchen in meinem Medienmenü eigentlich nur noch auf wenn beim Arzt oder Friseur Wartezeit rumbringen muss. Podcasts sind eine sehr wichtige und geschätzte Informationsquelle geworden. Einhergehend mit diesen Konsumveränderungen hat die Filterbubble natürlich enorm an Einfluss gewonnen.

Frederik Fischer, arbeitete als Technologiejournalist für Sender und Magazine wie ARD, ZDF, ZEIT Online oder WIRED, bevor er 2012 mit zwei Kollegen Tame gründete. Die Idee dazu entstand während einer Recherche an den Universitäten von Aarhus, Amsterdam und an der City University London, wo er untersuchte wie neu gegründete US Nachrichten-Unternehmen ihre Inhalte verbreiten. Frederik versteht sich als Journalist, der journalistische Werte und Standards in Code übersetzt.

Foto: Frank Suffert

Krautreporter-Logo

Ab Herbst könnte die Rubrik “Mein Medien-Menü” eine neue Heimat haben – wenn SIE dabei helfen. 

Krautreporter ist ein tägliches, digitales Magazin für die Geschichten hinter den Nachrichten. Werbefrei, gemacht für das Internet, gegründet von seinen Lesern. 25 Journalisten haben sich zusammengetan, um dieses Experiment zu wagen.

Die Kampagne läuft vom 13. Mai bis 13. Juni 2014. Nur wenn wir innerhalb eines Monats mindestens 15.000 Abonnenten finden, geht Krautreporter online.

Helfen Sie mit und unterstützen Sie unser Projekt hier!

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Über den Autor

Über den Autor: Christoph Koch ist Journalist (brand eins, NEON, Wired, GQ, SZ- und ZEIT-Magazin, Süddeutsche, Tagesspiegel, etc.), Autor ("Ich bin dann mal offline" & "Die Vermessung meiner Welt" & "Your Home Is My Castle") sowie Moderator und Vortragsredner. Auf Twitter als @christophkoch unterwegs. .

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1 Leserkommentar

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  1. Uli - sagt:

    Wow, man kann ja durchaus stolz auf ein eigenes Projekt sein, aber wie hier immer wieder “Tame” als das seelig machende Wunderding angepriesen wird, hat schon eine hohe Fremdschamquote.

    “Dieses Ranking entspricht optimal meinen Interessen.” “Es gibt keinen anderen Service, der meine Interessen besser abbildet.” “Nur mit Loreal 3 in 1 werden meine Haare so sauber und behalten dabei ihre natürliche Lockung, es gibt kein Shampoo das besser zu meinem Kopf passt.” Peinlich so eine Selbstbeweihräucherung, im Rahmen eines ernst gemeinten Interviews.

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