Lucky Punch Comedy statt Atomic Café

Written by on 14/01/2024 in Wollt grad sagen with 1 Comment

In ungefähr zwei Wochen erscheint die Virtual-Reality-Brille Vision Pro von Apple. Ich bin natürlich neugierig. Auch wenn der Usecase, den ich für mich am ehesten sehe, (hoffentlich) noch ein paar Jahrzehnte in der Zukunft liegt: Mit 80 in einem Seniorenheim im Sessel sitzen, so ein Ding aufhaben und mich ins Atomic Café der frühen Nullerjahre zurückvirtualisieren lassen. Okay, vielleicht auch ins New Yorker CBGB’s der Achtzigerjahre oder die Hacienda in Manchester in den Neunzigern. Aber da war ich (damals) nicht. Das hätte also eher entdeckerischen als sentimentalen Wert. Im Atomic hingegen sah ich die besten Konzerte, durfte eine Weile auflegen und gab den Gegenwert mehrerer Kleinwagen für Getränke aus. Gute Zeiten.

Umso aufgeregter war ich also, als ich erfuhr, dass das selige Atomic Café (Münchner Club, 1997 bis 2015) im Rahmen der Zwischennutzung am Münchner Gasteig zumindest gelegentlich wiederaufersteht. 

Für die vier Tage, die ich im Januar in der Stadt war, ließ sich auf der Veranstaltungsseite der Zwischennutzenden jedoch kein Indie-Rambazamba unter dem Atomic-Banner finden. Da mich noch dazu meine Abendverabredung versetzt hatte, ich also kurzentschlossen in den Lucky Punch Comedyclub. Der bietet im zwischengenutzten Gasteig beeindruckenderweise jeden Tag Programm an. Mal englisch, mal Impro, mal bekanntere, mal unbekanntere lustige Menschen. 

Ich habe ja eine Schwäche für Standup, vielleicht durch jahrelangen „Seinfeld“- Konsum. Vielleicht auch weil ich denke, dass so Keynote-Fuzzies wie ich dort ein Menge in Sachen Timing, Interaktion oder Storytelling lernen können. 

Bunte Tüte

Am Donnerstag, an dem ich dort war, traten fünf Comedians und eine Comedienne auf. Manche lustiger (= in meinem Humoruniversum), andere weniger. Aber so ist es halt, bunte Tüte. Am Ende standuppte sogar noch Michael Mittermeier eine Viertelstunde, der das alles organisiert, wenn ich es richtig verstanden habe. Ich fand aber manche der Jungen deutlich besser, no offense Michael. Pause nach drei Auftritten, Getränke im Foyer, Eintritt 15 Euro. Runde Sache.


Ich weiß nicht, ob ich so weit gehen würde wie Freund Jörg, der sagte, dass aktuell im zwischengenutzten Gasteig mehr Kultur stattfindet als vorher. Aber dafür, dass ich eine halbe Stunde vorher noch keinen Schimmer hatte, was anfangen mit dem Abend, war der Lucky Punch 1A Unterhaltung.

Und meine Atomic-Café-Sehnsucht wurde sogar auch ein wenig gestillt: Host Hauke van Göns spielte in der Pause Mando Diao und andere Kracher, die direkt aus der Britwoch-Playlist hätten stammen können. 

PS: Dass ich aktuell wieder „originären“ Kram hier poste (statt nur bereits anderswo erschienene Artikel), ist übrigens kein Neujahrsvorsatz. Sondern nur der motivierenden Ansprache von Heibie bei einer mittelgroßen Portion Spinatkäsespätzle geschuldet. Dankt ihm. Verflucht ihn. Zuckt mit den Schultern. Your call.

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About the Author

About the Author: Christoph Koch ist Journalist (brand eins, GEO, NEON, Wired, GQ, SZ- und ZEIT-Magazin, Süddeutsche, etc.), Autor ("Ich bin dann mal offline" & "Digitale Balance" & "Was, wäre wenn ...?") sowie Moderator und Vortragsredner. Auf Twitter als @christophkoch unterwegs, bei Mastodon @christophkoch@masto.ai .

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  1. heibie sagt:

    Yeah! Don’t stop the Blog!

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