Katja Berlin: Mein Medien-Menü (Folge 67)

Geschrieben von am 17/02/2014 in Was ich lese mit 0 Kommentare

In der Reihe “Mein Medien-Menü” stellen interessante Menschen ihre Lese-,  Seh- und Hörgewohnheiten vor. Ihre Lieblingsautoren, die wichtigsten Webseiten, tollsten Magazine, Zeitungen und Radiosendungen – aber auch nützliche Apps und Werkzeuge, um in der immer größeren Menge von Informationen, den Überblick zu behalten und Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. Jeden Montag also ein neues Medien-Menü – diese Woche mit Katja Berlin, Autorin für Lustiges. 

katja berlin

Twitter ist mein Frühstücksnachrichtendienst. Weil ich so guten Linkpostern  folge (u. a. @dasnuf, @MarinMajica, @antjeschrupp, @weddingweiser, @medienfront oder @happyschnitzel), bekomme ich morgens immer eine interessante Auswahl zu den Themen Politik, Kultur, Feminismus und Babykatzen serviert.

Am Rechner lese ich dann Süddeutsche.de, Zeit Online und manchmal The New York Times. Mein Gossipbedarf wird durch Jezebel und das ultrafiese Suri’s Burn Book gedeckt.

Ich gehöre zu den 0,3 % der Deutschen, die Spiegel Online nicht lesen (oder nur in Ausnahmefällen wegen der Kolumnen von Silke Burmester und Sascha Lobo). Seitdem ich das nicht mehr tue, mag ich das Internet insgesamt auch wieder viel lieber.

Gedruckte Zeitungen lese ich nur noch am Wochenende. Dann kaufe ich entweder die Berliner Zeitung oder die Süddeutsche. Mein letztes Zeitungsabo, die FAS, habe ich irgendwann entnervt gekündigt. Das war mir am Ende doch zu viel schön designte Hausfrauenpropaganda. Ich schätze meine mediale Filter Bubble, zumindest im gesellschaftspolitischen Bereich.

Dagegen interessieren mich unterschiedliche Meinungen zur Außen- oder Wirtschaftspolitik umso mehr. Wenn ich Genaueres über ein bestimmtes Thema erfahren möchte, gehe ich über Google News und lese alles von taz bis Welt.

Auf Reisen oder bei relevanten Titelgeschichten kaufe ich mir den Spiegel, man muss ja auch in Sachen Burn-out- und Hitler-Forschung auf dem neuesten Stand bleiben. Bei meiner Ärztin, Frisörin oder im Café freue mich komplett unironisch über die Gala.

Mein einziges Fernsehpflichtprogramm ist der Weltspiegel am Sonntag. Außerdem gucke ich wirklich gerne Kulturzeit auf 3Sat. Die Tagesschau läuft häufig nur noch nebenbei, weil ich die Infos meistens vorher schon habe.

Am meisten haben sich im Laufe meines Lebens meine Hörgewohnheiten geändert. Ich habe früher sehr viel Radio gehört und mir viele Indie-CDs gekauft. Mittlerweile höre ich fast nur noch die ARD-Bundesligakonferenz und Klassik (letzteres komplett ohne Fachwissen).

Ich habe noch nie einen Podcast gehört, noch nie ein Youtube-Tutorial gesehen und ich habe RSS-Reader nie verstanden. Aber immerhin bin ich nicht stolz darauf.

Ich lese viele Bücher, fast ausschließlich Romane. Zurzeit entdecke ich Alice Munro, die ich außergewöhnlich gut finde. Ich freue mich immer sehr über die Literaturnobelpreise, weil ich dadurch großartige Autorinnen und Autoren kennengelernt habe. Nach mehreren Umzügen kurz hintereinander habe ich mir fest vorgenommen, nur noch meinen Kindle zu nutzen. Das klappt aber überhaupt nicht, ich kaufe immer noch dauernd gedruckte Bücher.

Ach ja, und außerdem schneidet mir meine Oma ständig Zeitungsartikel aus, die ich lesen muss.

Katja Berlin hat Politik- und Medienwissenschaften studiert und arbeitet nun als Autorin für Lustiges. Aus ihrem Graphitti-Blog entstanden in Zusammenarbeit mit Peter Grünlich die beiden Bestseller „Was wir tun, wenn der Aufzug nicht kommt“ und „Was wir tun, wenn es an der Haustür klingelt“ im Heyne Verlag. Außerdem hat sie im Rowohlt Verlag die Korrespondenz mit ihrer Katze als „Cat Content: SMS von meinem Kater“ veröffentlicht. 

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Wer das Medien-Menü regelmäßig gerne und mit Gewinn liest und sich dafür bedanken möchte, findet hier einen Amazon-Wunschzettel voll von Dingen, mit denen man mir eine Freude machen kann.

Vielen Dank an “The Atlantic Wire” für das wundervolle Format (dort heißt es “What I Read”). Wer Vorschläge hat, wer in dieser wöchentlichen Rubrik auch einmal zu Wort kommen und seine Lieblingsmedien vorstellen und empfehlen sollte, kann mir gerne schreiben.

Offenlegung: Mit einigen der Menschen, die hier ihre Mediengewohnheiten vorstellen, bin ich befreundet. Links zu Amazon sind sogenannte Affiliate-Links. Das bedeutet, ich bekomme im Fall eines Kaufs eine kleine Provision (natürlich ohne zusätzliche Kosten für den Käufer).

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Über den Autor

Über den Autor: Christoph Koch ist Journalist (NEON, brand eins, Wired, GQ, SZ- und ZEIT-Magazin, Tagesspiegel, etc.), Autor ("Ich bin dann mal offline" & "sternhagelglücklich" & "Chromosom XY ungelöst") und Vortragsredner. Auf Twitter als @christophkoch unterwegs. .

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