Kübra Gümüsay: Mein Medien-Menü (Folge 51)

Geschrieben von am 21/05/2013 in Was ich lese mit 5 Kommentare

 In der Reihe “Mein Medien-Menü” stellen interessante Menschen ihre Lese-, Seh- und Hörgewohnheiten vor. Ihre Lieblingsautoren, die wichtigsten Webseiten, tollsten Magazine, Zeitungen und Radiosendungen – aber auch nützliche Apps und Werkzeuge, um in der immer größeren Menge von Informationen den Überblick zu behalten und Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. Jeden Montag also ein neues Medien-Menü. Diese Woche: die taz-Kolumnistin und Bloggerin Kübra Gümüşay.

kuebra

 

Wie informierst du dich morgens als erstes?

Ein Freund sagte mal, Twitter sei für ihn die personalisierte Zeitung. Bei mir ist es auch so. Über das Followen bestimmter Experten, Autoren, Aktivisten und Journalisten kriege ich morgens die wichtigsten Nachrichten zu Themen, die mich interessieren und – wegen der Zeitverschiebung – in den USA und Kanada wichtig sind. Über Twitter kann ich Debatten und Stimmungen vielschichtig verfolgen.

 

Welche Zeitungen / Magazine hast du im Abo oder liest du regelmäßig?

Ich habe ein Digital-Abo von Die Zeit, mein Mann und ich haben außerdem The Economist und Time Magazine im Abo, außerdem bringt er mir jeden Tag die International Herald Tribune (die internationale Ausgabe der New York Times) mit. Weil wir in England leben, komme ich leider nicht in den Genuss täglich eine deutsche Tageszeitung in der Hand zu halten. Sonst hätte ich sicher die Süddeutsche abonniert.

Was liest du auf Reisen?

Wenn ich in einem Land unterwegs bin, wo ich Internetzugang auf dem Handy habe, lese ich Artikel, die ich auf „Readability“ abgespeichert habe. Wenn ich weiß, dass ich kein Netz haben werde, speichere ich mir interessante Lektüre auf dem Desktop. Ansonsten immer ein Buch, die Zeitungen/Magazine von Zuhause und bei Deutschland-Flügen immer die Süddeutsche und Die Zeit.

 

Welche Nachrichtenseiten im Netz sind Dir wichtig?

Müsste ich eine Top 5 erstellen, wären das derzeit vermutlich HuffingtonPost.com, Guardian.co.uk, AlJazeera.com, Zeit.de, Taz.de und Freitag.de. Denn es kommt kaum vor, dass ich mich auf der Startseite eines Nachrichtenportals wiederfinde und nach neuen Nachrichten suche.

 

Welche Blogs liest du?

Da habe ich eine ganze Reihe von Kategorien: Von Blogs befreundeter Blogger, über alle möglichen politischen Themen-Blogs (insbesondere Feminismus, Anti-Rassismus, Naher Osten, Islam, Netzpolitik, Bildungspolitik, Medienpolitik) bis hin zu ganz, ganz vielen Food-, Mode-, Musik-, Mode-, Kreativität-, Kunst- und Mütter-Blogs (Obwohl ich selbst noch keine bin). Und letztere Auflistung lese ich neben den Blogs von Freunden fast am liebsten, muss ich zugeben – mein guilty pleasure.

 

Welche Art von Büchern liest du am liebsten (Sachbücher, Fiction, Biografien)?

Ich greife häufig zu Sachbüchern. Derzeit: „Warum Liebe weh tut“ von Eva Illouz und „The End of Men“ von Hanna Rosin. Dabei würde ich gerne mehr Romane lesen. Eine befreundete dominikanisch-amerikanische Schriftstellerin schenkte mir „Alif the Unseen“ von G. Willow Wilson, das lese ich gerade. Und ein paar Graphic Novels, in denen ich häppchenweise herumlese, wie „Blankets“ von Craig Thompson und „Palestine“ von Joe Sacco.

 

Welches Buch hat dich in letzter Zeit am meisten beeindruckt?

Ein Klassiker, der mich in seiner Wirkung nicht loslässt, ist „Der Alchemist“ von Paul Coelho. Ich lese immer wieder gerne darin und lasse mich treiben. Wird vermutlich mein all-times-favourite.

 

Welche Rolle spielen Leseempfehlungen/Links durch Soziale Netzwerke?

Wie gesagt, Twitter ist eine Art personalisierte Zeitung geworden. Auch über Facebook nutze ich Lese-Empfehlungen, wenn auch deutlich weniger. Facebook-Leseempfehlungen zeigen mir vielmehr, was in bestimmten weniger-netzaffinen Communities gerade wichtig ist und beschäftigt.

 

Hast du einen Lieblings-Podcast?

Ich höre am liebsten TED-Talks, RSA-Talks und Moth-Stories als Podcast.

 

Wie haben sich deine Lesegewohnheiten in den letzten Jahren geändert?

Es gibt nicht mehr einige wenige Haupt-Nachrichtenquellen sondern viele Individuen, Blog-Gemeinschaften, kleinere Webseiten und internationale Nachrichtenseiten, die ich nutze. Aus dem großen Nachrichten- und Texte-Pool selektiere ich selber, was wichtig für mich ist und bin damit viel mehr als früher mein eigener Gatekeeper. Ich denke, das kommt mit der Verschärfung von eigenen Interessen.

 

Irgendetwas, das ich vergesse habe, du aber trotzdem gerne liest / siehst / hörst?

Schöne lange E-Mails von Freunden, die eigentlich Briefe sind.

 

Kübra Gümüşay studiert Politikwissenschaften und schreibt in der taz die Kolumne „Das Tuch“. Ihr Blog „Ein Fremdwörterbuch“ wurde 2011 für den Grimme Online Award nominiert. 

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Vielen Dank an “The Atlantic Wire” für das wundervolle Format (dort heißt es “What I Read”). Wer Vorschläge hat, wer in dieser wöchentlichen Rubrik auch einmal zu Wort kommen und seine Lieblingsmedien vorstellen und empfehlen sollte, kann mir gerne schreiben.

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Über den Autor

Über den Autor: Christoph Koch ist Journalist (NEON, brand eins, Wired, GQ, SZ- und ZEIT-Magazin, Tagesspiegel, etc.), Autor ("Ich bin dann mal offline" & "sternhagelglücklich" & "Chromosom XY ungelöst") und Vortragsredner. Auf Twitter als @christophkoch unterwegs. .

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