Susanne Reindke: Mein Medien-Menü (Folge 15)

Geschrieben von am 04/06/2012 in Was ich lese mit 0 Kommentare

In der Reihe “Mein Medien-Menü” stellen interessante Menschen ihre Lese-,  Seh- und Hörgewohnheiten vor. Ihre Lieblingsautoren, die wichtigsten Webseiten, tollsten Magazine, Zeitungen und Radiosendungen – aber auch nützliche Apps und Werkzeuge, um in der immer größeren Menge von Informationen, den Überblick zu behalten und Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. Jeden Montag also ein neues Medien-Menü – diese Woche zu Gast: die Digitalstrategin und Internetbewohnerin Sue Reindke.

Wie informierst du dich morgens als erstes?

Morgens lese ich noch im Bett zuerst Mails, dann die Twitter und Facebook Timeline.

Welche Zeitungen / Magazine hast du im Abo oder liest du regelmäßig?

Regelmäßig lese ich tatsächlich nur Brigitte, das ist mehr oder weniger die einzige Zeitschrift für Frauen, die ihre Leserinnen ernst nimmt. Ansonsten täglich online: Post von Wagner. Mit einigen Freunden habe ich eine Art Tippspiel, bei dem wir jeden Tag raten, an wen er am nächsten Tag schreibt, Phrasendeutung inklusive.

Was liest du auf Reisen?

Auf Reisen lese ich gerne die brand eins. Danach habe ich jedes Mal das Gefühl, dass ich dringend noch etwa sieben Unternehmen gründen sollte. Und zwar am besten morgen. Die Zeitschrift kann man unbesehen kaufen. Einmal hat mich ein Artikel nach einem langen Tag sogar zu Tränen gerührt – und welches andere Wirtschaftsmagazin kann das schon? (Es ging um heimliche Helden.)

Welche Nachrichtenseiten im Netz sind Dir wichtig?

Wenn ich Nachrichten lesen will, schaue ich zuerst bei Spiegel Online, und falls dann noch Bedarf offen ist, bei der SZ online.

Welche Blogs liest du?

Tatsächlich lese ich hauptsächlich die Blogs von Leuten, die ich gern mag. Zum Beispiel die Vorspeisenplatte, Anke Gröner, Sophia Mandelbaum und wahnsinnig gerne die Herzdamengeschichten von Maximilian Buddenbohm.

Highlights aus deinem RSS-Reader?

Ich lese am liebsten Blogs, in denen es vor allem um das Leben im Allgemeinen und Speziellen geht.

  • Dooce – ein Highlight in Sachen schwarzem Humor und brutaler Offenheit.
  • Slomo – wahnsinnig schön, vor allem die Briefe an Fanny.
  • The Everywherist – humorvoll geschrieben zum Thema Reisen.
  • Draußen nur Kännchen – messerscharfe, unterhaltsame Alltagsbeobachtungen.

Was ist wichtige berufliche Lektüre für dich?

Berufliches lese ich vor allem dann, wenn ich es direkt für einen Vortrag oder ein Konzept brauche, dann suche ich im Feedreader, bei meinem Bookmarkingdienst oder bei Google.

Welche Art von Büchern liest du am liebsten (Sachbücher, Fiction, Biografien)?

Am liebsten Romane. Stark erzählt; keine Krimis, kein Horror, kein Vampirkram.

Welches Buch hat dich in letzter Zeit am meisten beeindruckt?

Suna“ von Pia Ziefle. Und von Wolfgang Herrndorf  „In Plüschgewittern“ und“ Tschick„.

Welche Apps/Tools/Programme helfen dir, informiert zu bleiben?

Flipboard. Und Twitter und Facebook, falls man das dazu zählen will.

Wie viel liest du auf dem Smartphone, Tablet, o.ä.?

Mittlerweile ziemlich viel. Geht erstaunlicherweise viel besser als an einem normalen Monitor.

Welche Rolle spielen Leseempfehlungen/Links durch Soziale Netzwerke?

Eine sehr wichtige, häufig lese ich an manchen Tagen aktiv keine Nachrichten, außer den Links, die mir empfohlen werden. Das ist das, was manche Menschen als “Wenn die Nachricht wichtig ist, dann findet sie mich.” bezeichnen würden. Und irgendwie stimmt das auch.

Wer sind deine Lieblingsautoren (Buch, Zeitung, Magazin)?

Ich bin ein großer Fan von Nick Hornby und David Sedaris. Deren Bücher kann man eigentlich alle gut lesen – bei Hornby vor allem “High Fidelity” und “About a Boy”, bei David Sedaris “Me Talk Pretty One Day” und “Naked”. Lässt sich gut im Original lesen.

Gibt es eine Radio- oder Fernsehsendung, die du möglichst nie verpasst?

Als Rückkehr zu alten Traditionen versuche ich, tägliche die Tagesschau zu sehen. Die fühlt sich immernoch so seriös und informativ an, obwohl ich jedes Mal denke, dass Jens Riewa langsam auch alt wird und immer schlimmere Krawatten aufgezwungen bekommt.

Hast du einen Lieblings-Podcast?

Tatsächlich habe ich noch nie einen ganzen Podcast angehört. Ist nicht mein Medium, ich möchte Menschen meistens nicht beim Reden zuhören, ohne sie zu sehen. Auch nicht im Radio, da wechsele ich den Sender.

Wie haben sich deine Lesegewohnheiten in den letzten Jahren geändert?

Insgesamt lese ich weniger Printprodukte – im Studium hatte ich mal SZ und Spiegel abonniert, aber dann einfach nur so viele Altpapierstapel in der Wohnung gehabt. Mittlerweile lese ich gerne digital, das fand ich früher auch sehr anstrengend.

Irgendetwas, das ich vergesse habe, du aber trotzdem gerne liest?

Spam-Mails; Packungsbeilagen, Gebrauchsanweisungen und die kleinen Kärtchen, die man immer wieder an Autofenstern findet.

 

Sue Reindke berät Agenturen und Unternehmen im Bereich Digitalstrategie, bloggt über das Leben im Pyjama und hat im Internet eine zweite Heimat gefunden.

 

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Vielen Dank an “The Atlantic Wire” für das wundervolle Format (dort heißt es “What I Read”). Wer Vorschläge hat, wer in dieser wöchentlichen Rubrik auch einmal zu Wort kommen und seine Lieblingsmedien vorstellen und empfehlen sollte, kann mir gerne schreiben.

Disclosure: Mit vielen der Menschen, die hier in “Was ich lese” ihre Mediengewohnheiten vorstellen (werden), bin ich befreundet oder zumindest leidlich bekannt.

Über den Autor

Über den Autor: Christoph Koch ist Journalist (NEON, brand eins, Wired, GQ, SZ- und ZEIT-Magazin, Tagesspiegel, etc.), Autor ("Ich bin dann mal offline" & "sternhagelglücklich" & "Chromosom XY ungelöst") und Vortragsredner. Auf Twitter als @christophkoch unterwegs. .

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