Reisende 2. Klasse – Am Frankfurter Bahnhof wurde eine Behindertentoilette wegsaniert.

Geschrieben von am 26/10/2010 in Neon mit 0 Kommentare

Dass ein ICE immer noch auf Schienen fährt, und nicht durch die Luft, versucht die Deutsche Bahn schon lang zu verheimlichen. Der Zugchef begrüßt die Gäste deshalb auch »an Bord« und verkündet, dass man sich »in der Anfahrt auf« ein Reiseziel befinde. Von der Konkurrenz aus der Luft hat man sich bei der Bahn auch die exquisite Behandlung der besser zahlenden Gäste abgeschaut. Reisenden der ersten Klasse wird das Essen am Platz serviert, in den DB-Lounges an vielen Hauptbahnhöfen gibt es »elegante Sitzlandschaften « und »stilvolles Ambiente«, wie die Bahn schreibt: »Wir geben dem Warten eine neue Qualität.«

Diesen Satz würden vermutlich nicht alle Bahnreisenden unterschreiben. Um die DB-Lounge im Obergeschoss des Frankfurter Hauptbahnhofs auszubauen, wurde eine Behindertentoilette wegsaniert. Diese sei ein Zusatzangebot gewesen, rechtfertigt ein Bahnsprecher, die verbleiben de Toilette sei »völlig ausreichend«. Betroffene sehen das anders: Die einzige Behindertentoilette sei veraltet und mangelhaft ausgestattet, so Andrea Rüb vom Frankfurter »Zentrum für selbstbestimmtes Leben«, die in einem Schreiben an die Bahn einen Verstoß gegen Hessisches Baurecht anprangert.

Text: Christoph Koch
Erschienen in: NEON

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Über den Autor

Über den Autor: Christoph Koch ist Journalist (NEON, brand eins, Wired, GQ, SZ- und ZEIT-Magazin, Tagesspiegel, etc.), Autor ("Ich bin dann mal offline" & "sternhagelglücklich" & "Chromosom XY ungelöst") und Vortragsredner. Auf Twitter als @christophkoch unterwegs. .

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