Die Standortentscheidung: Arbeiten in der Stadt oder in der Provinz?

Geschrieben von am 06/11/2009 in brand eins mit 0 Kommentare

Arbeiten kann man überall. Deshalb stellt sich für viele die Frage: Wo will ich leben? Hier drei Antworten.

„Karlsruhe ist meine Werkbank“

Der Medienberater André Hellmann (30) findet in der Mittelstadt alles, was er braucht – nur schneller

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„Erst vor Kurzem hatte ich wieder so einen Moment: „Mensch, Helle!“, hörte ich plötzlich jemanden rufen. So hatte mich niemand mehr genannt, seit ich mit 18 aus Karlsruhe weggegangen war. Erst zum Studium nach Ravensburg, dann nach Alicante und schließlich zum Arbeiten in die USA. Ich habe seitdem als Anzeigenberater gearbeitet, war Verlagsleiter einer Wochenzeitung in Atlanta und habe dann mein Unternehmen Zelect GmbH gegründet, mit dem wir Geschäftsmodelle für Zeitungen und Magazine im Internet entwickeln. Aber für diesen alten Bekannten bin ich eben immer noch der „Helle“, der früher mit langen Haaren Gitarre in einer Death-Metal-Band gespielt hat. Die Vergangenheit holt einen eben manchmal ein, wenn man wieder in die Stadt zurückkehrt, in der man aufgewachsen ist.“

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„Woanders könnte ich das, was ich mache, nicht tun“

Der Club-Betreiber Till Harter (40) braucht Berlin zum Überleben – was ihm fehlt, das baut er selbst

„Schon während meiner Jugend in Süddeutschland war mir klar, dass ich nach Berlin will. Was damals noch bedeutete: West-Berlin. Aber kaum war ich angekommen, fiel die Mauer, und ich ging in den Osten. Vor allem deshalb, weil es im Westen zu wenige Wohnungen gab. Aber schnell merkte ich, wie gut mir der damals wilde Osten gefiel. Das fühlte sich für mich an, wie es nach dem Krieg gewesen sein musste: keine Kneipen, keine Restaurants, keine Kinos. Das vielleicht Wichtigste: Lange Zeit hatten viele Straßen auch noch keinen Telefonanschluss. Wollte man sich mit anderen Menschen austauschen, musste man rausgehen, die einschlägigen Plätze abklappern und schauen, wer da war. Es gab so ein anarchistisches „Alles ist möglich-Gefühl“. Etwas, das man der Berliner Clubkultur heute noch anmerkt.

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„Die Freiheit in der Provinz gefunden“

Der Werber Frank Müller (39) kann überall arbeiten nur nicht wohnen. Deshalb hat er zahlreiche Filialen

„Wenn mich Geschäftspartner oder Freunde fragen, wo meine Firma ihren Sitz hat, komme ich oft ins Grübeln – und dann muss ich viel erklären. Ich habe ein kleines Büro für visuelle Konzeption in Berlin, aber auch eines in Friedberg in der hessischen Wetterau. Einige Mitarbeiter meiner anderen Firma Ipodload.de für Musikdigitalisierung sitzen in Frankfurt am Main; sechs Programmierer sind wiederum von Paderborn aus tätig. Wenn ich dann gefragt werde, warum das so ist, was für ein ausgeklügelter Plan dahintersteckt, kann ich eigentlich nur mit den Schultern zucken und muss zugeben: Das hat sich eben irgendwie so ergeben.“

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Text: Christoph Koch
Erschienen in : brand eins

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Über den Autor

Über den Autor: Christoph Koch ist Journalist (NEON, brand eins, Wired, GQ, SZ- und ZEIT-Magazin, Tagesspiegel, etc.), Autor ("Ich bin dann mal offline" & "sternhagelglücklich" & "Chromosom XY ungelöst") und Vortragsredner. Auf Twitter als @christophkoch unterwegs. .

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