Heimat ist da, wo man satt wird: Ein Hamburger Taxifahrer erzählt

Geschrieben von am 29/09/2009 in brand eins mit 0 Kommentare

Orhan  Tozlu, 50, wollte keine Angst mehr haben. Und tat deshalb, wovor sich die meisten Angestellten fürchten: Er gründete ein Unternehmen.

„Als Kind war Geld für mich fremd. So fremd wie das Flugzeug, das über mich und meinen Vater hinwegflog, wenn wir auf unserem Acker in der anatolischen Region Eskiflehir standen. Ich hatte damals noch nie Geld in der Hand gehabt. Mein Vater war arm, er konnte weder lesen noch schreiben. Aber im Herzen war er der reichste Mann der Welt – und er kaufte mir mit seinen Worten die ganze Welt. ‚Wart’s ab! Eines Tages fliegen wir auch mit so etwas‘, sagte er zu mir.

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Als ich zwölf Jahre alt war, im September 1971, holte er mich und meine Geschwister nach Hamburg nach, wo er schon eine Weile als Gastarbeiter gearbeitet hatte. Ich tat mich schwer in der Schule, lernte mühsam Deutsch, hatte keine Freunde. Ich wollte nicht in Deutschland bleiben. Aber mein Vater brachte mir den Satz bei: ,Heimat ist da, wo man satt wird.‘

Nach der Hauptschule machte ich eine Lehre … weiterlesen auf brandeins.de

Protokoll: Christoph Koch
Erschienen in: brand eins

Der Text ist ein Teil des Beitrags „Die Autonomen“ über Menschen, die erkannt haben, dass das Leben zu lang ist für einen einzigen Beruf – und ist im brand-eins-Themenheft „Arbeit“ erschienen. Der zweite Teil über den Wirtschaftsjournalist, Redenschreiber, Managementberater und Hilfspfarrer Eckart Floether steht hier.

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Über den Autor

Über den Autor: Christoph Koch ist Journalist (NEON, brand eins, Wired, GQ, SZ- und ZEIT-Magazin, Tagesspiegel, etc.), Autor ("Ich bin dann mal offline" & "sternhagelglücklich" & "Chromosom XY ungelöst") und Vortragsredner. Auf Twitter als @christophkoch unterwegs. .

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