Christoph Koch

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Krise? Welche Krise? Das Handwerk boomt – dank des Internets

10. June 2009 von christophkoch · Keine Kommentare · Die Zeit

Handschuhe
Anfangs musste sich die Handschuhmacherin Ines van den Born von ihrer alteingesessenen italienischen Konkurrenz noch auslachen lassen, dass sie so haptische Produkte wie Lederhandschuhe im Internet verkaufen wollte. Inzwischen setzt sie rund 3000 hochwertige Paar pro Monat in ihrem Onlineshop ab, darunter auch Herrenhandschuhe mit Cashmere-Innenfutter.

Fachwerkhäuser

Die Zimmerei Fuhrberger hat sich auf Fachwerkhäuser spezialisiert. Fast 200 der individuell angefertigten Häuser haben die Handwerker bereits in ganz Deutschland gebaut. »Mehr als die Hälfte der Kunden findet uns über das Internet«, sagt Geschäftsführer Christian Zeymer.

Fahrräder

Anfangs waren die robusten Transportfahrräder des Fahrradherstellers De Fietsfabrik mit ihren Kindersitzen und massiven Gepäckträgern vor allem in Berlin beliebt. Durch die Webseite werden die außergewöhnlichen Räder nun bis nach Japan und Schweden verkauft. »Ohne das Internet wäre unsere Werkstatt so nicht möglich«, sagen die Betreiber.

Surfbretter

Dank Internetvertrieb können zwei Surfbegeisterte aus Wolfsburg mit ihren Brettkonstruktionen im internationalen Geschäft mitmischen. Eine »Boardberatung« auf der Webseite von Bufo Boards ermittelt aus Daten wie Körper- und Schuh- größe die ideale Surfbrettform.

Stofftiere

Die Berlinerin Suse Bauer näht Stofftiere nach Maß. Sie bespricht mit jedem Kunden per Mail, wie der Hund oder der Hase aussehen soll. »Ohne das Internet würde ich nicht mehr nähen«, sagt Suse Bauer.

Schuhe

Auf der Internetplattform massschuh.de tauscht ein stetig wachsender Zusammenschluss von Schuhmachern, Leistenherstellern und Zulieferbetrieben alle Daten und Einzelteile aus, die für die Erstellung eines echten Maßschuhs erforderlich sind – schneller und kostengünstiger als bisher.

Möbel

»Das Internet ist für uns das zentrale Werkzeug«, sagt Bernd Lützelberger, Inhaber der Berliner Tischlerei »Plattenladen«. Nicht nur um Neukunden zu gewinnen, sondern auch um Interessenten umfassend zu informieren, lässt die Firma gerade ihre Homepage komplett neu erstellen: »Skizzen, Preislisten, Arbeitsproben – vieles kann man im Internet viel besser rüberbringen.« Lützelberger schätzt, dass er ein Viertel seiner Aufträge über das Internet akquiriert.

Gläser

Hochzeitsgläser, Teelichthalter, gläserne Stifte – der »Glastradition Online-Shop« in Lauscha im Thüringer Wald stellt nicht nur alle angebotenen mundgeblasenen Produkte selbst her. Er nimmt auch Auftragsarbeiten entgegen und berücksichtigt Sonderwünsche.

Text: Christoph Koch
Erschienen in: ZEIT Magazin Leben

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